
Alleinerziehende haben oft Schwierigkeiten, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Da sie mit einem Einkommen oder einer Teilzeitbeschäftigung haushalten müssen, sind die Mietkosten oft eine große Belastung. In Großstädten und Ballungsgebieten sind die Mieten besonders hoch, was die Situation weiter verschärft. So leben Alleinerziehende häufig in kleineren Wohnungen. Der begrenzte Wohnraum kann besonders dann zu beengten Verhältnissen führen, wenn mehrere Kinder im Haushalt leben.
Das „Haus für Alleinerziehende“ soll so genannten „Ein-Eltern-Familien“ einerseits geeigneten und finanzierbaren Wohnraum bis zum Übergang in eine andere Lebenssituation zur Verfügung stellen und andererseits Raum zur Orientierung, zum Start ins Leben mit dem Kind und den Dialog und Austausch mit anderen Alleinerziehenden bieten. Räumlich verfügt der Standort an der Steinbrink-, Ecke Friedrichstraße über eine hervorragende Ausgangssituation hinsichtlich der Erreichbarkeit von Kindergärten, Spielplätzen und Schulen sowie der Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs, da die Bahnhofstraße als Fußgängerzone in unmittelbarer, fußläufiger Nähe liegt.
In dreigeschossiger Bauweise entstehen neun Wohnungen in unterschiedlichen Größen, von 53 bis 71 Quadratmetern Wohnfläche, die von Alleinerziehenden mit einem bis drei Kindern angemietet werden können.
Neben den Mietwohnungen werden ein Gemeinschaftsraum und eine Gemeinschaftsküche sowie eine Gemeinschaftsterrasse geschaffen. Dort können sich die Bewohnerinnen auch unabhängig und individuell treffen.
Inhaltlich werden Angebote der kommunal vorhandenen Unterstützungsstrukturen für Alleinerziehende auch durch regelmäßige soziale Angebote des Betreibers, dem DRK Oberhausen, ergänzt. In enger Zusammenarbeit mit dem Büro für Chancengleichheit der Stadt Oberhausen und Anbietern von Beratungs- und Unterstützungsleistungen für Alleinerziehende, ist ein Konzept erarbeitet worden, das der Zielgruppe - basierend auf den Erkenntnissen der ersten Oberhausener Sozialkonferenz im März 2023 - neben einem sicheren, praktischen und erschwinglichen Wohnumfeld, auch Hilfe bei weiteren Themen (Kinderbetreuung, Arbeit, Gesundheit) bietet. Dabei steht der Austausch mit Gleichgesinnten, eine solidarische Hausgemeinschaft und Angebote zum internen Miteinander im Vordergrund.
Zwar gibt es staatlich geförderten Wohnraum, der speziell für sozial schwache Gruppen einschließlich Alleinerziehender, zur Verfügung steht, allerdings ist die Nachfrage oft größer als das Angebot. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Alleinerziehende in Deutschland oft vor großen Herausforderungen stehen, insbesondere in Bezug auf ihre Finanz- und Wohnsituation. Staatliche Unterstützung und soziale Initiativen sind daher von entscheidender Bedeutung, um die Lebensbedingungen der Betroffenen zu verbessern.
Nach dem zuletzt erstellten Bericht des Bundesministeriums für Soziales, Familie und Jugend aus dem Jahr 2022 lebten damals knapp 1,6 Millionen Alleinerziehende in Deutschland – 317.000 davon, nach Angaben des Statistischen Landesamtes NRW, allein in Nordrhein-Westfalen. In Oberhausen liegt der Anteil der „Haushalte von Alleinerziehenden“ laut Sozialindex von 2023 bei 26,3 Prozent. 5.404 Haushalte sind als „Alleinerziehendenhaushalt“ in der Stadt registriert.